Ökopunkte

Was sind Ökopunkte und wie generiert man diese?

Den Begriff Ökopunkte hat man bestimmt schon mal gehört.

Dies sind keine Vorschläge der Grünen auf einer Sitzung 😉

Es gibt ein sogenanntes Biotopwertverfahren bei dem man das gewünschte Land bewerten lassen kann. Diese erhaltenen Wertpunkte, nennt man auch salopp Ökopunkte.
Möchte man dies Land bebauen (versiegeln), muss man bei der UNB entsprechende Kompensationsmaßnahmen (Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen) für das Grundstück nachweisen und es werden Punkte gegengerechnet.

Jede Fläche wird entsprechend bewertet/klassifiziert.

Ein Wald bekommt wie ein Feuchtbiotop einen eigenen Wert zugewiesen (max. 10 ÖP/ m²)

  • Acker
  • Grünfläche
  • Grünland
  • Weide
  • Streuobstwiese (ca. 8 ÖP/ m²)
  • Wald
  • Feutchtbiotop
  • Dachbegrünung auf Gebäuden (ca. 1-4 ÖP/ m²) (bei künstlicher Bewässerung keine Biotoppunkte)
  • Öffentliche Grünflächen und Parks (ca. 6-10 ÖP/ m²)
  • Verkehrsgrün (ca. 4 ÖP/ m²)

Wird eine alte Straße abgerissen und die Fläche wieder für die Natur hergerichtet, erhält man auch wieder früher für den Bau vergebene Ökopunkte zurück.
Renaturieren kann sich also für eine Gemeinde evtl. auch lohnen.

Wird eine stillgelegte Industriefläche (Fabrik, Lagerhalle) abgerissen und es wird dort wieder neu gebaut, sind theoretisch keine Ökopunkte nötig, da die Fläche ja bereits versiegelt war und man der Natur in der Hinsicht nicht schadet (Bodenproben oder sonstige ökologische Gründe lassen wir mal aussen vor).

Es gibt aber auch noch eine gesetzlich legale, aber recht hintertriebene Methode um an Ökopunkte zu gelangen.

Wir nehmen mal ein einfaches Beispiel einer Feuchtwiese:
Eine Brachfläche wir jahrelang ökologisch gepflegt. Der Wert steigt in Ökopunkten, da sich die Natur „aufwertet“.
Die Gesamtmenge der Ökopunkte der Gemeinde steigt.
Die Fläche wird nun an eine naturnahe Stiftung verkauft. Diese düngt die Fläche einmal oder bricht sie um und der Wert fällt dadurch.
Diese Fläche wird nun neu bewertet mit z.B. 2 ÖP/m². Der Gesamtkontostand/-Wert fällt.
Jetzt wird diese Fläche weider ökolgisch gepflegt und über die Jahre aufgewertet und siehe da … nach Jahren der Erholung macht man eine neue Bewertung und es gibt 6 ÖP/m².

Macht 4 ÖP/m² „Gewinn“.

Vollkommen irrsinnig, aber legal.

Ein Beispiel einer Brachwiese (angeblich zu feucht für Landwirtschaft) in einer Gemeinde läuft zumindest nach dem selben Schema.
Jahrelang eine NATÜRLICH gewachsene Blühwiese.

Jetzt wurde sie umgepflügt UND gedüngt.

  • Warum, wenn da doch kein Ackerbau möglich ist?
  • Warum dies … zudem 5m vom fließenden Gewässer.

Es gibt auch „Ökopunkte-Tauschbörsen“
In denen Gemeinden mit Ökopunkteüberschuss diese gegen Finanzleistungen mit Städten und Gemeinden mit nicht so gutem Ökopunkte-Konto tauschen.

Es existieren Unternehmen die sich um sowas kümmern und sogar bei ebay-Kleinanzeigen findet man sie … Ökopunkte zum Kauf.

Der Kapitalismus lebt 😉

Ökopunkte im Kreis Olpe