Stadtbäume Fluch oder Segen?

Eine Stadt ohne Bäume ist tot?!

Alleen, Straßenbäume, Parkanlagen, Zentrale Plätze, alles Stadtbäume. Und es geht nicht mehr ohne sie!

Frag dich mal, wo du hinwillst mit deinen Kindern?
In ein vegetationsloses Industriegebiet oder in einen Park oder Wald?
Nein, frag deine Kinder 😉

Stadtbäume sind mittlerweile nicht mehr wegzudenken bei den Bürgern und werden seit Jahrzehnten in die Stadtplanungen mit einbezogen.
Sehr zum Freud und Leid einiger Ratsmitglieder.

Warum dies?

Na schauen wir uns mal die Vor- und Nachteile zu Stadtbäumen an…

Vorteile von Stadtbäumen:

  • Beschattung
  • Senkung der Umgebungstemperatur
  • Positiver Einfluß auf die Luftqualität
  • Senkung der Feinstaubbelastung
  • Sozialer Sammelpunkt (Parks)
  • Städtische Naherholung
  • Lebensraum für Tiere
  • Grüne Stadtteile sind beliebter
  • Wertsteigerung von Grundstücken

Nachteile von Stadtbäumen:

  • Pflegekosten
  • Erschweren Baumaßnahmen
  • Fallendes Laub
  • Astbruch / umstürzende Bäume
  • Fallende Früchte
  • Pollenflug
  • Beanspruchen Platz
  • Beschädigungen von Erdleitungen und Gebäuden

Zu den Vorteilen im Einzelnen:

Ihr kennt es im Schatten der Bäume… ihr braucht nicht mehr so sehr die Augen kneifen, es ist kühler, die Luft fühlt sich öfter nicht so schwer an.
Viele Städte hatten Parks und Alleen als Versammslungspunkt für die Bürger.
Besonders Richtung Belgien und Frankreich findet man diese Kultur noch häufig, Schach und Backgammon wird gespielt, Boule, Tische für Picknik.
Treffpunkte für das Volk.
Meist sind dies auch die letzten Refugien für die durch die Versiegelung und Bau verdrängten Tiere.
Man bezeichnet sie auch gerne als kleine Oasen in der Stadtwüste.
Jetzt mal Hand aufs Herz, wo willst du lieber wohnen? In der Umgebung von Plattenbauten oder mit etwas Grün in der Nachbarschaft?

Zu den Nachteilen im Einzelnen:

Auch wenn die Bäume eigentlich ohne die regelmäßige Pflege durch den Menschen klar kommen, sieht es in der Stadt anders aus.
Die starke Bodenversiegelung, kaum Ausbreitungsflächen, Kanäle und Erdleitungen und Beschädigungen machen es den Stadtbäumen schwer und sie müssen gepflegt und gewässert werden.
Hinzu kommt der jährliche Laubfall, evtl. Sturmschäden (Ast- und Baumfall).
In der Natur nicht zu vergessen die Fortpflanzung mit Pollen und Insekten.
Von den Vögeln angenommen als Ausweichs-Nist- und Verweilplatz macht der Vogelkot dem ein oder anderen Autolack zu schaffen.
Gerade bei Straßenbaumaßnahmen, Schwerlasttransporten, Stadtbildverschönerungen, bringen die Bäume den ein oder anderen Planer zur Verzweiflung.
Baumschutzsatzungen bremsen oft die Kettensägenlust mancher „Denkmalsetzer„.

Baumersatz müsste dann her, aber ohne Platz, wohin?

Bei einem Metusalembaum zum Beispiel wäre eh Schicht mit Ersatz.
(400 Jungbäume ersetzen einen alten Baum)

Integrieren statt, Bäume, Bulldozern, Bauen ist für Gebildete.

Bis auf ein kleines gallisches Dorf…

(Kleine Hommage in Gedenken an Albert Uderzo und sein Asterix&Obelix)

Beim Titelbild habt ihr nur als Beispiel das beschauliche Städtchen Brüggen, in dem monatelang gegen die Fällung eines stattlichen Silberahorns protestiert wurde (Erneuerung des Kreuzherrenplatzes).
Die Blutbuche auf dem gleichen Platz hingegen soll gerettet werden.

Beide Bäume sind von einer Baumscheibe aus Kopfsteinpflaster eingefasst.
(Es gibt glaube ich kaum jemanden, der sich bei der Baumscheibe der Buche nicht schon fast lang gelegt hat, mich eingeschlossen)
Es wäre ein Kinderspiel den Silberahorn bei der Neugestaltung des Platzes mit zu integrieren und die Gemüter zu besäftigen und und aber.

Nun, wenn man dazu nicht in der Lage ist, ist es eben so.

Ihr wollt Namen? Wofür, was ändert es?
OK, nennen wir ihn mal „Lord Helmchen“ aus der Parodie „Spaceballs„.
Zufrieden?

(Es handelt sich um eine Fiktion, Ähnlichkeiten zu natürlichen Personen  sind rein zufällig !)

Ist Deutschland ein Entwicklungsland in Sachen Stadtbäume?

Da muss man leider sagen in Bezug auf die Metropolen, öfters.

Einen sarkastischen Kommentar gefällig?

Die Durchschnittstemperaturen steigen, aber mit einem schattenspendenden und CO²-aufnehmenden Baum kann man keine CO²-Steuer einnehmen – klingt erstmal logisch, oder? 😉

Doch die Städte sind nicht untätig:

Weiterführende Links:

(Stand 11-2023)